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Bach, Gershwin, Gulda – Grigory Gruzman

14.90€

Johann Sebastian Bach (1685-1750)Französische Suite Nr. 5, G-Dur, BWV 816
1Allemande2:38
2Courante1:37
3Sarabande4:21
4Gavotte1:14
5Bourée1:15
6Loure2:33
7Gigue1:50
George Gershwin (1898-1937)Three Preludes
8Allegro ben ritmato e deciso1:33
9Andante con moto e poco rubato3:01
10Allegro ben ritmato e deciso1:17
Friedrich Gulda (1930-2000)Play Piano Play
11Nr. 1: Bagatelle, Fugato2:34
12Nr. 2: Rondino3:29
13Nr. 3: Fantasietta2:51
14Nr. 4: Sarcasmus3:55
15Nr. 5: 2 1/2-stimmige Invention2:36
16Nr. 6: Toccata2:00
17Nr. 7: Nocturne3:45
18Nr. 8: Fugato-Improvisato3:56
19Nr. 9: Moment musical, Toccatina2:02
20Nr. 10: Finale furioso3:22
Total52:11
Performer

Grigory Gruzman

Instrument

Bösendorfer Konzertflügel Modell 290 Imperial

Recording

März 2003

Audio engineering

Bruno Hebestreit

Booklet

16 Seiten, deutsch, englisch und französisch; Text: Martin Neumann (English translation by Kevin Dunn, traduction française: Marie-Christine Straszewski)

Produktionsbetreuung

Richard Berg

Booklettext

Der Begriff SUITE (französisch: Folge) erscheint als musikalischer Terminus erstmals im 16. Jahrhundert und stellt eine ursprünglich aus Tänzen, tanzartigen Sätzen oder auch aus tanzfreien Teilen bestehende mehrsätzige Komposition dar. Als Gattung hat sie sich über Jahrhunderte hinweg bis heute erhalten und immer wieder das Interesse der Komponisten geweckt. So berühmte Werke wie „Peer-Gynt” von Edvard Grieg und „Bilder einer Ausstellung” von Modest Mussorgsky werden dieser Gattung zugeordnet. Auf der vorliegenden CD erklingen drei Suiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Die Französische Suite Nr. 5, G-Dur BWV 816 von Johann Sebastian Bach, die drei Préludes von George Gershwin, sozusagen als eine Art Miniatur-Suite und Play Piano Play (10 Übungsstücke für Yuko) von Friedrich Gulda.

Johann Sebastian Bach (1685-1750) vereinigte sechs seiner insgesamt 22 Suiten unter dem Titel “Klavierübung”(Erster Teil), eine Sammlung herausragender Kompositionen, die zum Kernbereich dessen zählt, worauf unsere Zivilisation mit Recht stolz sein kann. Übung bedeutet hier nicht nur „Studienwerk”, sondern auch „Unterhaltung”, die eine tiefe, ungebrochene Lebensfreude zum Ausdruck bringt. In einem Vorwort von Bach heißt es hierzu: „…Clavir Übung bestehend aus Praeludien, Allemanden, Couranten, Sarabanden, Giguen, Menuetten und anderen Galanterien, denen Liebhabern zur Gemüths Ergoetzung verfertiget…”. Vom Spieler verlangen die Suiten nicht nur eine leichte, technisch versierte Hand, sondern auch einen feinen Geschmack, viel Wissen und Phantasie im Ausspielen der Verzierungen, vor allem, was das Ornamentieren der Wiederholungen anbelangt. Kolorieren und Ornamentieren der Musik – nicht zuletzt beim Wiederholen eines und desselben Materials – vor allem aus dem Stegreif, war eine gängige Praxis damaliger Zeit.
Johann Sebastian Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel stellt in seinem Buch „Versuch über die wahre Art Clavier zu spielen” diesbezüglich fest: „…sie (die Verzierungen) hängen die Noten zusammen, sie beleben sie, … sie helfen ihren Inhalt erklären, sie geben einen ansehnlichen Teil der Gelegenheit und Materie zum wahren Vortrage”. Der alten und allmählich eine Renaissance erlebenden Tradition folgend hat Grigory Gruzman in der vorliegenden Einspielung den Text bei Wiederholungen ausverziert. Dabei hat er die aus Bachscher Zeit überlieferten Varianten in seine Interpretation mit aufgenommen.

Der Name George Gershwin (1898-1937) wurde durch die fesselnde Art der Verschmelzung von Klassik und Jazz unsterblich. Er ist einer der wichtigsten Vertreter des so genannten symphonischen Jazzes. Die Besonderheit seines Musikstils ist eine gelungene Mischung aus den Traditionen und Elementen von Improvisation, Jazz, afro-amerikanischer Folklore, Musical auf der einen sowie Oper, Symphonie, Klaviervirtuosität Lisztscher und Rachmaninowscher Prägung auf der anderen Seite. In seinen symphonischen und Opernwerken hat er die Elemente der leichten Muse eingearbeitet. In seine „leichte Musik” hat er ebenso geschickt und feinsinnig Elemente und Strukturen aus der Klassik eingefügt. Seine drei Präludien für Klavier, erstmals 1926 von Gershwin selbst öffentlich gespielt, zeigen in besonderem Maße sein Talent für unerwartete Harmonieführungen und Rhythmuswechsel. Schon bald nach dem Erscheinen wurden sie zum festen Bestandteil des allgemeinen Konzertrepertoires.

Friedrich Gulda (1930-2000) bedauerte es wiederholt, dass die klassische Musik dabei ist, eine großartige Chance zu verpassen, nämlich die einer Synthese zwischen ihren eigenen wunderbaren alten Formen und den neuen, modernen, pulsierenden Inhalten afro-amerikanischer Musik. Die Jazzstücke hoher Qualität haben die harmonische Sprache selbst im Vergleich zu Skrjabin, Prokofiew oder Bartok weiterentwickelt und der Tonalität ganz neue Facetten und Ausdrucksmöglichkeiten verliehen. Darüber hinaus beinhaltet ein Jazz-Stück rhythmische Eigenschaften, die von Musikliebhabern als modern und fesselnd empfunden werden. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen 100 Jahre – etwa seit dem Aufbruch der so genannten Moderne – ist es sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass es kaum möglich geworden ist, noch bessere, vollkommenere, der menschlichen Psyche und Wahrnehmungsfähigkeit angepasstere Musikformen hervorzubringen als beispielsweise Sonaten-Hauptsatz, Rondo, Toccata, Fuge, Thema mit Variationen. Ebenso gerechtfertigt ist wohl die Behauptung, dass es in den vergangenen 100 Jahren kaum eine Richtung in der anspruchsvollen Musik gegeben hat, die in so breiten Kreisen so große Anhängerschaft gewonnen und gleichzeitig in so unterschiedlichen Erscheinungsformen und Besetzungen eine solche Vielfalt und Experimentierfreude entwickelt hat, wie der Jazz. Einige bedeutende Komponisten der klassischen Moderne, unter anderem Debussy, Ravel, Strawinsky, Schostakowitsch, Prokofiew, Milhaud und Poulenc, haben sich auf diesem Felde vergnügt und die Möglichkeit einer Synthese erfolgreich unter Beweis gestellt. Seinen Zyklus „Play Piano Play” hat Gulda mit einer schwer zu überbietenden Schlichtheit als „10 Übungsstücke für Yuko” benannt. Diese Wortwahl erinnert uns an die oben erwähnte Bachsche „Klavierübung”. Sein Vorwort zu diesem Zyklus weist Ähnlichkeiten mit Bachs Gedankengängen auf: „Es sind Übungsstücke, die aber gleichwohl Spaß machen, sowohl dem Lernenden beim Üben als auch dem Publikum beim Anhören. Spielt man sie als kompletten Zyklus, soll die Reihenfolge eingehalten werden… Je weiter der Lernende fortschreitet, desto mehr sind improvisatorische Veränderungen zulässig und erwünscht, ja notwendig. So ist also Stück 9 ohne solche durchaus „komplett”, hingegen Stück 7 ohne improvisatorisches „Know How” gar nicht zu realisieren. Der Zweck ist, dass aus einem akademischen Tastendrücker ein wirklicher Musiker werde”. Die einzelnen Stücke ließ Gulda leider unbetitelt.
Diese farben- und stimmungsreichen, phantasievollen, scharfumrissenen, kantigen und originellen Kompositionen verdienen es, und zwar nicht weniger als beispielsweise die Préludes von Debussy, benannt zu werden. Daher hat sich Grigory Gruzman entschlossen, diese Werke, wie im Titelverzeichnis der CD angegeben, zu benennen.
(Martin Neumann)

Grigory Gruzman wurde 1956 in Sankt Petersburg geboren. Im Alter von fünf Jahren erhielt er seine ersten Klavierstunden und wurde schon bald aufgrund seines herausragenden Talents in die Begabtenschule des St. Petersburger Konservatoriums aufgenommen. Noch während seiner Schulzeit trat er in verschiedenen Städten Rußlands mehr als 300 mal auf.
Sein Studium absolvierte Grigory Gruzman zunächst an der Musikhochschule in Jerusalem bei Prof. Gregory Haimowsky und anschließend an der Musikhochschule Freiburg bei Prof. Vitalij Margulis, wo er sowohl die künstlerische Reifeprüfung als auch das Konzertexamen ablegte. Grigory Gruzman ist Preisträger der internationalen Klavierwettbewerbe von Monza und Vercelli (Italien). Als Solist, Kammermusiker (unter anderem als Mitglied des Schostakowitsch-Trios) und Leiter internationaler Meisterkurse trat er in fast allen europäischen Ländern, im Nahen und Fernen Osten und in vielen Ländern Lateinamerikas und in den USA auf. Überall wurden seine Konzerte von Publikum, Presse und Fachkreisen mit größter Begeisterung aufgenommen. „Auf diese Interpretation der Rigoletto-Paraphrase habe ich mein Leben lang gewartet“, urteilte einst  Herbert von Karajan und lud Grigory Gruzman zu sich nach Salzburg ein. Fernseh- und Rundfunkanstalten in der ganzen Welt haben bereits mehr als 100 seiner Auftritte gesendet. Sowohl seine Bearbeitung der „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky als auch seine CD mit den Etüden op. 10 und op. 25 von Frédéric Chopin (Organo Phon 90112) finden weltweit besondere Beachtung. Von 1998 bis 2006 war Grigory Gruzman als Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg tätig. 2006 folgte er dem Ruf an die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.

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