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weiße Tasten schwarze Tasten – Sontraud Speidel spielt Barbara Heller

14.90€

KLAVIERSUITE (1956)
1Amabile grazioso1:17
2Energico1:42
3Solenne espressivo3:13
4Thema mit 5 Variationen6:51
SONATINE (1962)
5Allegretto moderato4:04
6Presto2:23
7NACHT-TAGEBUCH (2003)4:24
8WEISSE TASTEN, SCHWARZE TASTEN (2003)12:54
KLANGBLUMEN (1996-2007)
9Nebel0:35
10Weiße Blume1:47
11Gräser im Wind0:47
12Inselblume1:02
13Im Schilf0:49
14Glocken1:22
15Tanzblume0:43
16Flatterblume1:03
17Kleiner Seufzer1:48
18Zarte Blume1:30
19Welkende Rose1:57
20Mandala1:08
21Springblume0:41
22Winterblume0:48
23Regenblume0:55
24Papierblume1:26
25Pusteblume0:59
26Abendblume2:13
27Endlos4:23
28Märchen1:05
29Klangblume1:10
30Traum3:42
31Im Mondlicht1:42
32Flugblume1:30
33Ziehende Wolken1:03
34KONTRASTE 2 (2011)2:00
35ETÜDE 1 (2010)1:27
Total76:44
Performer

Sontraud Speidel

Instrument

Steingraeber & Soehne E–272

Recording

Velte-Saal, Musikhochschule Karlsruhe, August 2011

Audio engineering

Marc Seiffge
Tonstudio Schloss Gottesaue, Karlsruhe

Text

Sontraud Speidel
Barbara Heller

Übersetzungen

Lynn Elms

Gestaltung

reichenbach design, Halle/Saale

Illustrationen

Petra Reichenbach nach Fotos von Rena Bayer

Foto

Eva Korn (S.11)
Young-Ho Song (S.13)

Produktionsbetreuung

Richard Berg

Booklettext

Sontraud Speidel und Barbara Heller, ein Gespräch in Karlsruhe am 13.3.2011

Heller: Miteinander bekannt geworden sind wir über eine Komponistin! Es war Fanny Hensel- Mendelssohn, deren Klavierwerke Du in den 80 ger Jahren öffentlich gemacht hast. Ich hatte die neu entdeckten Klavierwerke der Schwester von Felix Mendelssohn vorher noch nie gehört. Mit Deiner Interpretation hast Du sozusagen ein Vorbild gegeben. Seither verehre ich Dich und Deine künstlerische Arbeit.
Speidel : Ja, in den 80 ger Jahren habe ich ihre Musik gespielt und aufgenommen. Einige Jahre später habe ich noch eine CD mit mehreren Komponistinnen gemacht, da ist ebenfalls etwas von ihr dabei.Neulich spielte eine Schülerin auch die Bagatellen von Fanny Hensel. Inzwischen war ich auch in Berlin in der Bibliothek Preußischer Kulturbesitz und habe mir Kopien von den Autographen machen lassen. Es gibt auch sehr schöne vierhändige Stücke….. Jetzt im Mai 2011wird hier in Karlsruhe an der Musikhochschule Peter Härtling sein neues Buch vorstellen: eine Biographie über Fanny Hensel! Er hat ja schon über Franz Schubert und Robert Schumann geschrieben und jetzt über Fanny Hensel. Da spielen wir ihr Trio op. (Eine frühere Schülerin, Martin Ostertag und ich) und einige kurze Klavierstücke von ihr, die Bagatellen…..

Heller: Ich hatte das Glück, daß ich einen Teil ihrer Klaviermusik im Furore Verlag Kassel herausgeben durfte : die Bagatellen, die Sonaten und den Zyklus Das Jahr.
Speidel:…Und ist der Sonatensatz in E-Dur auch veröffentlicht? Den habe ich noch aus dem Manuskript gelernt, was garnicht so einfach war. Ich finde sie in gewisser Weise interessanter als ihren Bruder: harmonisch! Es gibt bei ihr harmonisch interessantere überraschende Wendungen als bei ihrem Bruder. Satztechnisch ist er der Größere, das ist ganz klar. Man merkt, daß beide die gleiche Schulung hatten.
Heller: Ja, der Sonatensatz ist auch veröffentlicht.
Jetzt möchte ich gerne eine Frage stellen: Wie bist Du eigentlich auf die Idee gekommen eine CD mit Heller-Musik einzuspielen?
Speidel: Die Musik von ihr hat mich immer interessiert. Und jetzt kam der Anstoß, daß ein Jubiläum ansteht und man da die Klaviermusik von Barbara Heller ensprechend würdigen soll. Und solch ein Projekt hat mich sehr interessiert. Ich finde es schön , daß man dabei auch die Entwicklung einer Komponistin über Jahre und Jahrzehnte hinweg aufzeigen kann und nicht nur 1 Stück herausgreift. Und gerade bei Dir ist die Vielseitigkeit so groß.

Heller: Du sprichst von Vielseitigkeit. Und ich bin ganz verunsichert, denn ich kann kaum beurteilen, was ich in all den Jahren gemacht habe. Ich habe das Gefühl, es ist alles das Gleiche. Daher würde mich interessieren welche Unterschiede Du darin findest.
Speidel: Es ist überhaupt nicht alles gleich. Garnicht. Es gibt Stücke, die sehr karg sind und dadurch sehr intensiv, z.b. in den Klangblumen. Das finde ich so reizvoll, daß darin mit ganz wenig Mitteln so viel Farbe und Intensität gegeben ist. Das finde ich sehr interessant. Und auch die Unterschiedlichkeit der einzelnen Stücke. Das ist eine Herausforderung, genau auf den Punkt zu kommen, auch wenn man mit den Fingern wenig zu tun hat
Heller: Das stimmt. Die Klangblumen sind ja auch ganz langsam gewachsene und gelebte Musik. Sie zeigen meinen Heilungsprozess nach einer großen seelischen Krise.

Speidel: Und gerade diese Musik finde ich irgendwie so gesund, auch klanglich..
Heller: Ja. Ich bin ja auch über das Musikmachen wieder gesund geworden, Jetzt arbeite ich anders. Ich betrachte Möglichkeiten, was machbar ist mit einem Klavier. Und ich prüfe, ob es noch etwas gibt, das ich zu sagen hätte. Es geht ja auch um die Botschaft. Bei den Klangblumen war die Botschaft „Innenleben“. Dagegen sind die früheren Stücke ja recht äußerliche Stücke, die Suite zum Beispiel ….

Speidel: Ja, sie ist pianistisch gedacht in gewisser Weise traditionell. Gewiss mit einer bestimmten eigenen Handschrift, aber nicht überwiegend. Aber hier sehe ich die anderen Kompositionen ! Sie sind alle etwas ganz Besonderes etwas Feines. Hier z.B. Anna Z.
Heller: Von Anna Z. habe ich außer der Uraufführung damals nichts mehr gehört….
Speidel: Das ist etwas ganz Feines, sehr schön!
Heller: Und die Pianistin Anna Z. konnte sehr sehr leise spielen…………….Ich selber war da nicht so gut!

Heller: Du konzertierst ja in der ganzen Welt. Darf ich fragen ob Du Deine Programme selbst bestimmen darfst?
Speidel: Nicht immer. Im Großen Ganzen ja, aber nicht immer.
Heller: Du sagst, die „Klangblumen“ sind für Dich reizvoll, wegen dermusikalischen Arbeit
d.h. das musikalische , das konzentrierte oder keimhafte spricht Dich an? Aber Du spielst doch sicher auch gerne virtuose Literatur, da Du ja auch ein enormes technische Können besitzt
Speidel: Ja natürlich spiele ich Chopin Sonaten und die großen Werke von Robert Schumann oder Brahms. Beethoven ist auch technisch sehr anspruchsvoll. Selbstverständlich spiele ich das alles, denn ohne diese Literatur kann ich keine Pianistin sein
Heller: Und das fehlt Dir nicht in meiner Musik?
Speidel: Nein, nein, das fehlt mir nicht. Ich habe ja nicht vor mein Leben lang nur Heller zu spielen.
Aber als wichtige Farbe, als etwas ganz Persönliches finde ich es sehr interessant.
Heller: Ich beobachte, daß sich vieles in meiner Hand befindet durch mein Repertoire als Pianistin. Daher eine Frage an Dich: wenn Du Heller spielst, merkst Du dann evtl. etwas in Deiner Hand, das Dich erinnert an etwas aus Deinem Repertoire?
Speidel: Das kann ich nicht sagen. Ich habe soviel verschiedartiges Repertoire gespielt. Da ist eigentlich irgendwie alles in der Hand drinnen.

Heller: Kommt es Dir manchmal wie eine Erinnerung an etwas vor? Oder denkst Du, Deine Hand kennt das…?
Speidel: Nein. Ich finde das ganz eigenständig. Weil ich ja bisher keine Heller Musik gespielt habe, muß ich erstmal suchen mich einzufühlen. Das ist jetzt eine Herausforderung. Aber es sind sehr viele Angaben in den Noten und da lässt sich gut herausfinden, was hinter den Noten steht. Es bleibt kein Buch mit 7 Siegeln.
Heller: Und gibt es schon ein bevorzugtes Stück, ein Lieblingswerk? Oder kommt die Frage zu früh?
Speidel: Ja, die Frage ist zu früh gestellt. Ich sage immer, ich spiele am liebsten das Stück, das ich gerade studiere. Ich lasse mich gerne auf das ein, was ich gerade spiele.
Heller: Die Aufnahmen werden ja im Studio gemacht. Denkst Du daran einmal eines der Stücke in Dein Repertoire aufzunehmen bei Deinen Konzerten?
Speidel: Ja das könnte ich mir schon vorstellen

Heller: Das eine oder andere ….. das wäre ja schön. Davon träume ich, daß ein Stück immer wieder gespielt wird. Grigory Gruzmann, Dein russischer Kollege hat das ein paarJahre gemacht, als er noch in Darmstadt an der Akademie lehrte. Hast Du noch Fragen an mich?
Speidel: Ja, ich habe die Frage, ob du die Kompositionen mit der inneren Vorstellung des Klaviers geschrieben hast als Klavier, oder ob Dir auch orchestrale Farben vorschweben?
Heller: Das ist eine sehr schöne Frage. Nein, wenn Klaviermusik dann nur Klavier, wobei ich in den 90 ger Jahren dachte, die Klangfarbe Klavier ist mir zu einseitig. Klavier bleibt Klavier. Meine Klangvorstellung hatte sich stark verändert Da ist nur noch „Un poco“ entstanden, darin arbeite ich mit der Resonanz.
Und momentan bei den Stücken, die für den Piano Podium Wettbewerb 2013 entstehen -wozu auch die Kontraste gehöre- da versuche ich sozusagen klavieristisch mehr die Farbenvielfalt herauszuholen. Ich werde auch neuerdings mehr durch Sehen inspiriert. Die Musik entsteht zwar kompositorischen betrachtet über die Strukturen ( wie z. B. ein Oktavenstück als Idee, oder ein Stück aus 3 Tönen), aber daß die Musik dann z. B. klirrend laut im Baß wird, oder ganz leise, oder schwirrend in der Höhe- diese Ideen entspringen meinem Wunsch nach Klangfarbe.

Speidel: Ja, ich habe auch den Eindruck daß es farbige Musik ist. Gerade hier, diese Stücke.
Heller: Ich bevorzuge kleine Besetzungen. Das Orchester ist mir zu viel
Speidel: Ja- also symphonische Stellen habe ich nicht gefunden….. Es gibt immer eine gewisse Intimität bei deinen Stücken
Heller: Ja, ich bin ja ein sehr ernster Mensch, ich will nicht unterhalten……..Ich will etwas geben. Ich sage mit einer Komposition auch etwas, das ich nicht leben kann. Z. B. kommt im Nacht- Tagebuch etwas zum Vorschein, das ich im Leben nicht wage
Speidel: Ja, weil Du Dich in gewisser Weise entblößt mit Deiner Musik
Heller: Spielst Du gerne auch Musik von anderen Zeitgenossen?
Speidel: Ja, z. hat mir Violeta Dinescu ja ein Klavierkonzert gewidmet und das habe ich bisher 2 mal gespielt und das wird noch öfters kommen. Da ist sehr viel mit Improvisation dabei, es ist für Klavier und Streicher. Es hat einen großen Erfolg

Heller: Möchtest Du noch zu einzelnen Stücken, die Du spielst etwas sagen ? Deine Programmauswahl ist jat riesig, es fängt 1956 an und geht bis heute, das sind ja über 50 Jahre
Speidel: Ja, das Nacht-Tagebuch finde ich besonders sprechend und interessant, eine Herausforderung. Da ist zu spüren daß viel an seelischer Arbeit dahintersteht.
Heller: Kommt das herüber?
Speidel: Ja. Es ist alles schön, was ich spiele. Mit der Toccatina und Sonatine, da ist man vertraut. Das ist keine größere Herausforderung. Bei Kontraste kommt es darauf an: Wie stark möchte ich die Akzente machen, die Kontraste sehr stark oder eher verhalten? Ich habe das Gefühl, daß die Akzente sehr stark sein sollen….
Heller: Ja, die Kontraste sind eigentlich sehr grob. Ich vermute, daß dabei viel von mir zurückgehaltene Agressivität zum Vorschein kommt. Aber es fasziniert mich auch rein kompositorisch, wenn ich so einen groben mächtigen lauten Klang habe und der Klang direkt danach fast unhörbar leise wird ….
Speidel: Es sind für mich positiv anregende Stücke, nicht nur Nacht dunkel……
Heller: Ich habe neulich einen jungen Schüler mit dem Nacht- Tagenbuch gehört, mit einer Hingabe gespielt, auch körperlich sichtbar, daß ich dachte, Vielleicht möchten die Schülerinnen nicht immer nur üben sondern auch etwas erleben am Klavier
Speidel: Ja, genau, ja ja. Das war auch bei dem Violeta Dinescu Klavierwettbewerb so. Als die Komponistin die Aufnahmen abgehört hat , bemerkte sie lachend …“ die Improvisation kommt ja länger als das ganze Stück“! Die Schüler wollten garnicht mehr aufhören mit dem improvisieren. Es hat ihnen soviel Spass gemacht, daß sie etwas eigenes spielen durften und nicht nur etwas vorgegebens.

Heller: Bevorzugst Du virtuose Musik oder eher stille Musik?
Speidel: Beides! Und Virtuosität kann einem ja auch musikalisch erfüllen, wenn es ein gutes Werk ist. Virtuosität ist ja kein Selbstzweck. Deine Musik ist oft eine stille Musik aber sehr intensiv finde ich, das ist was mich reizt.
Heller: Würdest Du gerne Interpretationen Andere hören, um die Stücke kennen zu lernen, ehe Du sie spielst?
Speidel: Nein, ich möchte es selbst entdecken. Ich habe ja inzwischen eine CD von anderen Komponistinnen eingespielt von mehreren, kennst du sie ?

Heller: Ja, meinst Du: Komponistinnen aus 3 Jahrhunderten bei Organo Phon ?
Speidel: Ja, da sind ganz schöne Stücke dabei. Da ist die Mutter von Frederico Busoni dabei, diese Anna Weiss, das fand ich eine schöne Entdeckung.
Heller: Du wirst ja jetzt bald meine Klavierstücke im Studio einspielen. Spielst du gerne im Studio oder lieber im Konzert für das Publikum direkt?
Speidel: Eigentlich ist beides ist gleich gut für mich. Ich will die Menschen erreichen, und ob diese direkt anwesend sind oder es später von der Aufnahme hören, das ist mehr oder weniger gleich für mich. Im Konzertsaal erwarten sie, daß man sich einbringt und sich nicht zurückhält. Das ist das Wichtigste.

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