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Bach – Goldberg Variations for two pianos

by Josef Rheinberger & Max Reger

14.90€

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
1Aria, Andante espressivo3:57
2Più animato1:49
3Allegretto1:28
4Canone all´ unisono, Andantino2:03
5Energico1:06
6Con fuoco1:19
7Canone alla Seconda, Allegro1:09
8Allegretto scherzando2:08
9Allegro1:37
10Canone alla Terza, Moderato1:48
11Fughetta, Alla breve1:38
12Allegro1:36
13Canone alla Quarta, Andante3:00
14Adagio6:25
15Con fuoco1:55
16Canone alla Quinta, Adagio4:07
17Ouvertüre, Maestoso - Allegretto2:45
18Poco Allegro1:35
19Alla breve1:38
20Allegretto1:21
21Allegro marcato1:48
22Canone alla Settima2:25
23Alla breve1:37
24Allegro2:17
25Canone all Ottava, Andantino2:50
26Adagio espressivo8:47
27Allegro deciso1:54
28Canone alla Nona, Allegro1:49
29Allegretto2:23
30Allegro2:07
31Quodlibet (Aria?)2:07
Total78:51
Interpret

Jihye Lee
Peter von Wienhardt

Aufnahme

März 2016, Musikhochschule Münster

Tontechnik

Matthias Schneider

Text

Peter von Wienhardt

Übersetzung

Keith Harris

Fotos

Barbara Plenge, Jihye Lee, Ulrich Jakobi

Gestaltung

SanderStrothmann GmbH

Produktion

Richard Berg

Booklettext

Beim ersten Kennenlernen der Goldberg Variationen vor vielen Jahren beschäftigte mich vor allem die Frage: Warum gibt es eigentlich so viele Aufnahmen der Goldberg Variationen in ihrer ursprünglichen Form für zweimanualiges Cembalo oder Klavier, aber nur eine oder zwei in dieser hier vorliegenden Version für zwei Klaviere? Eigentlich sind sie doch ein „gefundenes Fressen“ für Klavierduos! Eine mögliche Antwort darauf möchte ich kurz erläutern:

Nach der Wiederentdeckung der Werke von Johann Sebastian Bach durch Mendelssohn gab es viele Komponisten, die sich mit seinem Oeuvre befassten. Besonders hervorzuheben wären die gängigen Bearbeitungen Bachscher Werke durch Busoni, Siloti und viele andere. Jedoch ergibt sich dabei ein wesentliches Problem: Die Zeit dieser Bearbeitungen war eine hochromantische Zeit. Die Bearbeitungen wurden angelegt, um Bachs Werke eben in diesem Duktus zu spielen. Anfangs wurden die Werke als Studienwerke in kontrapunktischer Sicht, zum Beispiel als sakrale Werke realisiert oder auf reine Fingerübungen reduziert. Als Rheinberger seine Bearbeitung 1883 erstellte, scheute er sich auch nicht, Töne hinzuzufügen, Linien ein wenig zu verändern, Stimmen zu verdoppeln. Sein Ansinnen war es, den Goldberg Variationen einen bedeutenderen Platz im damaligen Musikleben einzuräumen. Im Vorwort seiner Erstausgabe schreibt er dazu: „Möge nun vorliegende pietätvolle Bearbeitung für zwei Claviere dazu dienen, Musiker und Musikfreunde mit diesem Schatze echter Hausmusik bekannt und vertraut zu machen“.

Max Reger war von Rheinbergers Fassung sehr angetan und spielte sie seit 1909 mit großem Erfolg oft mit wechselnden Duopartnern. In seiner 1915 publizierten Fassung nahm er Modifikationen und Ergänzungen vor, indem er bewusst legati, staccati und weitere Spielanweisungen hinzufügte. Man kann sagen, Max Reger erstellte seine eigene Interpretationsfassung. So ähnlich, wie es auch heutige Pianisten machen, wenn sie ein Werk erarbeiten und ihre Vorstellungen einfließen lassen.

Als heutiger Interpret fragt man sich allerdings nun: Spielt man das Werk lieber im für „richtig“ erachteten Bachschen Sinne oder berücksichtigt man die romantische Vorstellung der beiden Adaptoren? Es gibt da eine Fülle von Meinungen, über die „richtige Art“ Bach zu spielen. Es werden regelrecht Glaubenskriege darüber geführt. Wenn aber nun ein Interpret oder ein Klavierduo darauf angewiesen ist, Erfolg zu haben, kommt man schnell zu dem Schluss, lieber die Hände von diesem Werk zu lassen. Bei Bach Puristen wird man damit ohnehin keinen Erfolg ernten und bei „Romantikfetischisten“ bleibt die Musik formal, trotz des romantischen Duktus, zu starr. Es ist also für ein etabliertes Klavierduo fast gefährlich, dieses Werk aufzunehmen.

Aber: Wir haben uns dennoch getraut. Ich bin der Meinung, dass die Goldberg Variationen in ihrem Umfang und ihrer Tonsprache eine Leichtigkeit und Unbeschwertheit haben, die ihresgleichen in Bachs Gesamtwerk suchen. Es handelt sich um Werke zur Gemütsergötzung – wie es Bach formuliert hatte. In heutiger Sprache könnte man sagen, es ist Unterhaltungsmusik, aber in ihrer genialsten Form. Chapeau vor der Geistesleistung Bachs! Musik darf und soll mit Erheiterung und Erbauung einhergehen. Dies zu erreichen ist durchaus anspruchsvoll. Denn, wie sagte schon ein kluger Mann: „Nichts ist so schwer, wie das Leichte“. Das Werk ist formal sehr einfach. Jede Variation besteht aus 2 × 16 Takten, wobei jeder Teil wiederholt wird. Es passt dabei vortrefflich, dass in der 1., 8. und 19. Variation das Thema der Aria ergänzt wird, denn in allen Variationen steht nicht die Melodie, sondern das Harmoniefundament im Vordergrund. Im Gegensatz zu Bach, welcher explizit am Ende des Quodlibets (30. Variation) den Hinweis „Aria da Capo e Fine“ gibt, fehlt dieser Hinweis bei der Rheinberger – Reger Fassung. Es bleibt also im Unklaren, ob er es für selbstverständlich hielt oder ob er bewusst nach dem Quodlibet enden wollte. Die recht massive Ausführung des Arrangements am Ende kann aber den Schluss nahelegen, dass er ohne „da capo“ enden wollte. Wir wollten den Zuhörer beide Möglichkeiten anbieten, deswegen ist die „Aria da Capo“ im Booklet zwar nicht gelistet nach einem kleinen Gedenkmoment setzt sie dann aber doch ein. Der Zuhörer hat in der Pause die Möglichkeit sein Abspielgerät abzustellen.

Ich fragte mich in meiner Auseinandersetzung mit dem Werk, wie es denn klänge, wenn eine Fassung recht „barock“ daherkommen würde und wir in der Wiederholung die Vorschläge von Rheinberger und Reger einarbeiten.

Die Reihenfolge, wann was erklingt, ist dabei durchaus variierbar. Angst darf man als Interpret hier nicht haben. Einige Akzentuierungen sind durchaus sehr scharf und überraschend. Besonders Reger hat viele Möglichkeiten aufgezeigt, die wir nicht verschleiern wollen. Wir haben uns auch bemüht, die dynamische Bandbreite in den romantischen Versionen der Werkteile der damaligen romantischen Empfindung anzupassen. Verzierungen sind dort, wo sie angebracht sind, in barocker Manier von uns ausgeführt worden. Die Schwierigkeit bei der öffentlichen Aufführung dieses Werkes liegt in der immensen Anforderung des Zusammenspiels beider Pianisten. Einiges scheint dabei fast in der Absicht geschrieben worden zu sein, dass man scheitern muss!

 

Ich war sehr gespannt, das Werk live auf die Bühne zu bringen. Ich wollte unbedingt die Publikumsreaktion erfahren. Ich fragte meine damalige Konzertexamensstudierende Jihye Lee, ob sie das Experiment mit mir eingehen wolle. Wir waren sehr überrascht über den immensen Erfolg unserer Musik. Schon beim ersten Konzert passierte etwas Großartiges: Ein Zuhörer aus dem Publikum fragte mich, ob es eine Aufnahme des Werkes in unserer Interpretation gäbe. Mir war damals keine bekannt. Der Musikliebhaber hieß Ulrich Jakobi. Voller Begeisterung erzählte er im Kreise seiner Freunde von dieser, für ihn ganz neuen Interpretation. „Der Dialog zwischen den Klavieren! Der Einklang, in dem jedes Instrument seine persönliche Aussage erhält und wie sich beide wie ein tanzendes Paar synergistisch ergänzen! Das alles hat mich begeistert“, so beschrieb mir Ulrich Jakobi seine Faszination. Im Herbst 2015 erhielt ich dann ein überraschendes Schreiben. Der Brief stammte von einem sehr guten Freund Ulrich Jakobis. Ein echter Musikfreund, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, seinem Freund Ulrich eine besondere Geburtstagsfreude zu schenken:

Ulrich sollte unsere Interpretation immer wieder und überall genießen können. Eine CD-Einspielung musste her! Durch die Unterstützung meines langjährigen Produzenten Richard Berg und der SanderStrothmann GmbH als Co-Produzenten, konnten wir bereits im Frühjahr 2016 mit den Aufnahmen zu dieser CD beginnen. Die kreative Gestaltung des Booklet-Covers übernahm die Grafikabteilung der SanderStrothmann GmbH. „Bachs Musik besitzt für uns eine epochenunabhängige Absolutheit, Bach ist immer aktuell. Seine Zeitgenossen elektrisierte, bisweilen schockierte Bach durch die teils radikale Intellektualität seiner Werke. Romantiker fanden

Inspiration in seinen Werken, wie die vorliegende Aufnahme eindrücklich unter Beweis stellt und es gibt wohl kaum einen Jazzmusiker, der sich nicht mit den Parallelen zwischen Bachschen Kontrapunkten und Jazz auseinandergesetzt hat. Bach ist daher nicht nur Vertreter einer Epoche, seine Musik ist ein zeitloses Zeugnis, zu welchen Höhen sich der menschliche Geist in einer Kombination aus Intellektualität und subtiler Emotionalität aufschwingen kann. Bachs Klaviermusik repräsentiert die Musikalität der Menschheit und wurde daher auf die berühmte Goldene Schallplatte gepresst, die mit der Voyager Sonde seit 1977 in die Tiefe des Universums fliegt und Inspiration für die Gestaltung des CD-Covers war“, schreibt mir Michael Sander.

Sie halten also heute eine ganz besondere CD in den Händen. Eine CD, die mehrere Geschichten enthält und erzählt, wie sich diese Geschichten plötzlich vernetzten: Angefangen vom Mut und dem Wagnis außergewöhnlicher Interpretationen, über die Liebe eines Konzertbesuchers zu unserer Musik, bis hin zu einer tiefen Freundschaft, die letzten Endes zur Aufnahme des Ganzen führte. Ich freue mich, dass nun auch Sie Teil dieser Geschichte werden und wünsche Ihnen viel Freude beim Hören und Verschenken unserer CD.

Ihr Peter von Wienhardt

  1. Darmstädter Echo, Wiesbadener Kurier und Mainzer Allgemeine Zeitung

    Schreibt:

    Goldberg-Variationen für Romantiker
    Von Prof. Dr. Klaus Trapp, 22.12.2016

    “…Bei der Ausführung imponiert das präzise Zusammenspiel der beiden Partner, die mit klarem, dynamisch dosierten Anschlag zur Sache kommen….Manche technisch heiklen Variationen werden gerade mit stupender Virtuosität à la Liszt ausgeführt, die ruhigen Moll Variationen 21 und 25 sind mit empfindsamen Ausdruck gestaltet….
    Neugierige Hörer mit Verständnis für die romantische Sicht auf Bach werden sich freuen über unverhoffte Entdeckungen, die hier zu machen sind.”

  2. Internationale Musikschule Berlin

    Schreibt:

    Von Mila Kuznetskaya, Leiterin der Internationalen Musikschule Berlin

    Gratulation!
    Technische Brillanz und musikalischer Ausdruck bewegen sich auf allerhöchstem Niveau. Mein anfänglicher Vorbehalt bezüglich der romantischen Interpretation der Bach’schen Goldberg-Variationen ist rasch in helle Beisterung umgeschlagen.

  3. Andreas Boltz

    Schreibt:

    Von Andreas Boltz, Dommusikdirektor am Kaiserdom Frankfurt

    Eine brilliante Produktion! Zu allen Zeiten haben Komponisten Werke Ihrer Kollegen bearbeitet und neu instrumentiert, Bach selbst ist hierfür das beste Beispiel. So entwickelt sich großartiges neues Repertoire, wie eindrucksvoll zu hören ist. Den Interpreten und dem Produzenten ist höchste Anerkennung für Ihre Leistung zu verleihen.

  4. Anna Skryleva

    Schreibt:

    Von Anna Skryleva, Dirigentin und Pianistin
    Vorsitzende der Initiative “Classic for Peace”

    Diese romantische Fassung der Goldberg Variationen glänzt nicht nur durch technische Perfektion, sondern bringt die polyphone Struktur des Originals durch farbige Harmoniesierung noch transparenter zur Geltung.
    Jihye Lee und Peter von Wienhardt setzen eigene Akzent durch ihre emotionale Gestaltung. Eine absolut gelungene Einspielung. CHAPEAU!

  5. Michael Stitz, Jupit Audiovision

    Schreibt:

    Eine aussergewöhnliche Produktion bei der beide Partner brilliant miteinander harmonieren. Eine neue “Referenz CD” für unsere anspruchsvollen High End Vorführungen und ein Muss für jeden Bach Liebhaber.

    Vielen Dank !

  6. Badische Zeitung

    Schreibt:

    Goldberg-Variationen
    Bach und die Romantik

    Von Johannes Adam, 10.02.2017

    […]Jihye Lee und der Münsteraner Klavierprofessor Peter von Wienhardt interpretieren Bachs Goldberg-Variationen in der seltenen Rheinberger/Reger-Fassung für zwei Klaviere ganz ausgezeichnet: fein, höchst musikantisch und dabei mit der Präzision einer Schweizer Uhr.[…] In dieser wunderbaren Auslegung vereinigen sich Bachs Barock von 1741 und das Gefühl der Romantik.[…] Man findet Gewichtiges (etwa die Ouvertüre bei der 16. Veränderung), nirgends aber ertönt überflüssiges Gedonner.[…]

  7. Martin Konietschke

    Schreibt:

    Von Martin Konietschke
    Georg-Christoph-Lichtenberg-Preisträger 2009, 24.02.2017

    Die Goldberg-Variationen: Ein gewaltiger Bogen Bach’scher, beziehungsweise menschlicher Befindlichkeiten. Eine Herausforderung!
    Diese Einspielung halte ich in jeder Hinsicht für herausragend: Virtuos dargeboten, dabei jederzeit durchsichtig und nachvollziehbar. Einfühlsam, geradezu intim interpretiert, im Miteinander und Gegenüber der zwei Klaviere, ohne dass der romantische Impetus der Bearbeitung je aus dem Auge geriete.

    Bach’sche Spieldosen-Akkuratesse bis zur rauschenden Soiree – alles da.
    Wunderbar!!!

  8. Jürg Hanselmann

    Schreibt:

    Von Jürg Hanselmann
    Präsident der Internationalen Josef Gabriel Rheinberger Gesellschaft IRG, 23.02.2017

    Die Aufnahme ist sehr brillant, sowohl was das Spiel der Interpreten angeht, wie auch die Tontechnik. Das Klangbild ist sehr direkt – eine Folge der nahen Mikrofonierung. Das gibt der Aufnahme etwas sehr häusliches, kammermusikalisches, und das ist letztlich auch im Sinne der Bearbeiter. Auch die stilistische Darstellung entspricht barocken Erkenntnissen.
    Die CD ist rundum eine echte Bereicherung der Rheinberger Diskographie.

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